
FAMILY BUSINESS - INTERVIEW MIT MARKENBOTSCHAFTER MARKUS WINKELHOCK
THE PAPER: Markus, Ihre Familie ist seit über 50 Jahren eng mit dem Rennsport verbunden. Wie haben Sie diese Leidenschaft in Ihrer Kindheit erlebt?
Markus Winkelhock: Ich kann mich selbst an meinen Vater nicht erinnern, daher kam die Nähe zum Motorsport eher durch meinen Onkel Joachim, den ich als kleiner Junge oft an der Strecke besucht habe.
THE PAPER: Ihr Vater ist leider bei einem Unfall ums Leben gekommen. Wie hat dieses Schicksal Sie geprägt – sowohl persönlich als auch im Rennsport?
Markus Winkelhock: Der Verlust meines Vaters war natürlich traumatisch. Man lernt früh, dass Motorsport nicht ohne Risiko ist. Aber gerade diese Erfahrung hat mir auch gezeigt, wie wichtig Vorbereitung, Verantwortung und Respekt vor der Geschwindigkeit sind. Sie hat mich vorsichtiger, aber auch fokussierter gemacht. Ich fahre heute bewusster und denke immer an die Sicherheit – für mein Team und mich.
THE PAPER: Trotz allem sind Sie selbst Rennfahrer geworden. Was fasziniert Sie bis heute am Motorsport?
Markus Winkelhock: Die Faszination liegt für mich in der Mischung aus Technik, Teamarbeit und dem Moment des Wettbewerbs. Jede Kurve, jeder Überholvorgang erfordert Konzentration, Mut und Intuition. Außerdem ist die Geschwindigkeit eine Art Meditation – man lebt völlig im Hier und Jetzt.
THE PAPER: Gibt es Anekdoten aus Ihrer Karriere oder Ihrer Familie, die Ihnen besonders in Erinnerung geblieben sind?
Markus Winkelhock: Meine Erinnerungen im Zusammenhang mit meinem ersten und einzigen Formel-1-Rennen am Nürburgring 2007 sind sehr positiv. An meinen Vater selbst habe ich keine bewussten Erinnerungen, dafür war ich einfach zu klein. Ich kenne ihn nur aus Erzählungen und Geschichten. Meine Mutter sagt mir allerdings oft, dass wir uns in vielen Dingen sehr ähnlich sind – auch wenn ich mir davon nie etwas direkt bei ihm abschauen konnte.
THE PAPER: Heute sind Sie selbst Vater. Wie beeinflusst das Ihre Sicht auf den Rennsport und Ihre Rolle im Team?
Markus Winkelhock: Als Vater denkt man immer mehr an Verantwortung. Ich möchte, dass meine Tochter die Faszination für den Sport erlebt, aber auch die Risiken versteht. Ich versuche, ihr zu zeigen, dass Leidenschaft mit Respekt und Disziplin einhergeht. Gleichzeitig gibt mir die Familie Kraft – egal, ob auf der Strecke oder abseits.
THE PAPER: Motorsport birgt Gefahren. Wie gehen Sie mental mit diesem Risiko um?
Markus Winkelhock: Man kann nie jede Gefahr eliminieren, aber man kann alles tun, um sie zu minimieren. Fitness, modernste Technik und ein gutes Team sind essenziell. Mental hilft mir auch, das Risiko zu akzeptieren, ohne dass es lähmt. Es ist ein Balanceakt zwischen Risiko und Leidenschaft.
THE PAPER: Gibt es positive Seiten, die Sie besonders am Motorsport schätzen?
Markus Winkelhock: Absolut. Motorsport verbindet Menschen, egal woher sie kommen. Die Spannung, die Kameradschaft im Team, das Gefühl, etwas erreicht zu haben – das ist unvergleichlich. Außerdem lernt man, Entscheidungen unter Druck zu treffen, was im Leben auch außerhalb der Strecke hilfreich ist.
THE PAPER: Wie sehen Sie Ihre Rolle heute – sowohl als Rennfahrer als auch als Teil einer Familie mit Motorsporttradition?
Markus Winkelhock: Ich sehe mich als Brücke zwischen den Generationen. Ich möchte die Tradition unserer Familie fortführen, aber auch neue Perspektiven einbringen. Als Rennfahrer motiviere ich mein Team, als Vater möchte ich Werte weitergeben. Es geht darum, Leidenschaft, Verantwortung und Freude miteinander zu verbinden.
THE PAPER: Was wünschen Sie sich für die Zukunft Ihrer Familie im Rennsport?
Markus Winkelhock: Leider gibt es in der Familie aktuell zu wenig männlichen Nachwuchs, der diese Tradition fortführen könnte – und die Mädchen haben daran eher kein Interesse. Meine Tochter ist mit vier Jahren natürlich noch viel zu jung, und ehrlich gesagt weiß ich auch nicht, ob ich überhaupt möchte, dass sie eines Tages selbst in ein Rennauto steigt. Seit sie auf der Welt ist, kann ich die Sorgen und Ängste meiner Mutter um mich sehr viel besser nachvollziehen.
THE PAPER: Sie sind auch Markenbotschafter für MAC JEANS. Wie passt diese Rolle zu Ihrer Persönlichkeit und Ihrem Leben als Rennfahrer?
Markus Winkelhock: MAC JEANS steht für Authentizität, Qualität und Leidenschaft – Werte, die mir auch im Motorsport wichtig sind. Es ist nicht nur Mode, sondern auch ein Lebensgefühl. Als Rennfahrer weiß ich, wie wichtig es ist, die richtige Balance zwischen Stil, Funktionalität und Komfort zu haben. Genau das vermittelt MAC JEANS, und das spiegelt meinen persönlichen Anspruch wider.
THE PAPER: Sie sind Teil der neuen Kampagne zusammen mit Legende Walter Röhrl und Jungtalent Valentin Kluss. Was bedeutet es für Sie, in diesem Trio mitzuwirken?
Markus Winkelhock: Es ist eine spannende Mischung aus Erfahrung, Tradition und frischem Spirit. Walter Röhrl ist eine echte Ikone – von ihm kann man unheimlich viel lernen. Valentin bringt die Energie der nächsten Generation mit. Für mich ist es großartig, Teil dieses Dreiergespanns zu sein und zu zeigen, dass Motorsport, Stil und Lifestyle auf inspirierende Weise zusammenpassen.




